Lingewijk Süd (2013)

Forschung

Lingewijk Süd

Lingewijk Süd

Im Auftrag eines Ingenieurbüros Inventerra bv. hat Transekt Im Januar und Mai 2013 wurde im Plangebiet Lingewijk-Zuid in Gorinchem eine archäologische Voruntersuchung durchgeführt. Anlass der Ermittlungen war die Beantragung einer umweltrechtlichen Genehmigung zur Neubebauung und Sanierung des Wohngebietes. In diesem Zusammenhang würden auch Häuser abgerissen und neu gebaut. Dies würde Erdbewegungen erfordern, die den Boden und alle in der Gegend vorhandenen archäologischen Überreste beschädigen würden.

Schlussfolgerungen

Auf Grundlage der vorläufigen Untersuchung wurden folgende Schlussfolgerungen gezogen:

  • Auf der Grundlage der Sekundärforschung wurde festgestellt, dass in Teilen des Plangebiets mit hoher Wahrscheinlichkeit archäologische Überreste aus der Mittelsteinzeit bis zur Jungsteinzeit vorhanden sind. Diese Überreste werden im westlichen Teil des Planungsgebiets erwartet, wo im Untergrund ein fossiler Fluss vorhanden ist (der Gorkum-Arkel-Rücken). Darüber hinaus besteht im östlichen Teil des Plangebiets die große Erwartung, dass dort Überreste aus der jüngeren Eisenzeit bis zum Spätmittelalter gefunden werden. Diese Erwartung basiert auf dem Vorkommen von Ufer- und/oder Sohlenablagerungen des Lingebachrückens. Es sind jedoch keine Untersuchungen oder Funde in der näheren Umgebung bekannt, die nähere Aufschlüsse über das mögliche Vorkommen dieser archäologischen Überreste im Plangebiet geben könnten.
  • Anhand historischer Karten lässt sich feststellen, dass das Plangebiet vermutlich schon immer unbebaut war. Das älteste konsultierte Kartenmaterial des Plangebiets stammt vom Ende des 18. Jahrhundertsde Jahrhundert weist das Plangebiet Acker- und Weideland auf. Auch auf neueren Karten sind keine Gebäude verzeichnet, so dass in der Neuzeit kaum noch mit der Entdeckung archäologischer (Siedlungs-)Reste zu rechnen ist.
  • Aufgrund der Geländeuntersuchungen konnte festgestellt werden, dass sich das Plangebiet stets in der Überschwemmungsebene eines Flusses befand. Im Plangebiet wurden keine zum Gorkum-Arkel-Rücken gehörenden Bank- oder Bettablagerungen gefunden. Auch Bankguthaben der Linge wurden nicht gefunden. Schließlich wurden im Plangebiet Bodenstörungen festgestellt, die zwischen 70 cm im westlichen Teil und 180 cm –Mv im östlichen Teil des Plangebiets variierten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Wahrscheinlichkeit, archäologische Stätten zu finden, gering war, insbesondere für die Zeit vom Mesolithikum bis zum Spätmittelalter. Diese Erwartung basierte vor allem auf dem Fehlen von Ufer- und Schichtablagerungen, die aus archäologischer Sicht für eine (prä-)historische Besiedlung geeignet waren. Schon vor der Neuzeit bestanden aufgrund von Sekundärforschung geringe archäologische Erwartungen.

Beratung

Aufgrund der Ergebnisse der Feldforschung gab es keine archäologischen Einwände gegen die geplanten Arbeiten. Es mussten keine weiteren Maßnahmen ergriffen werden. Schließlich war damit zu rechnen, dass im Plangebiet keine archäologischen Überreste gefunden würden, da es seit langem zu feucht für eine Besiedlung war.

Veröffentlichung

Nales, T. (2013) Gorinchem, Lingewijk-Süd. Gemeinde Gorinchem (Südholland). Archäologische Schreibtischforschung und Inventarfeldforschung (IVO, explorative Phase), Transektbericht 215, Utrecht. Nales, T. (2013)
Gorinchem, Lingewijk-Süd. Gemeinde Gorinchem (Südholland). Archäologische Sekundärforschung und inventarisierte Feldforschung (IVO, explorative Phase), Transektbericht 215, Utrecht.
Flipbook | PDF (32,34 MB)

Metadaten

Archis-Nummer(n):2393050100 | 55106 | 2393067100 | 55107 | 2393075100 | 55108
Topografische Karte:45 Mrd
Koordinaten:126.825/428.125
127.325/428.725
Ortsname:Lingewijk-Süd
Ort:Gorinchem
Gemeinde:Gorinchem
Provinz:Süd-Holland
Art der Forschung:IVO-B
Testamentsvollstrecker:Transect bv
Projektleiter:Drs. AA Kerkhoven
Kunde:Inventerra BV
Zuständige Behörde:Gemeente Gorinchem
Beginn der Forschung:Januar 2013
Funde & Dokumentation:Städtisches Depot für Archäologie Gorinchem
IN:https://doi.org/10.17026/dans-xf8-tsux

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