Tierbilder an einer Wand im Burgstraat

Während der Restaurierung des Gebäudes Burgstraat 7 in Gorinchem entstand 1997 eine Trennwand mit Wandfliesen. Da die Wand nicht instand gehalten wurde, wurden die Fliesen sorgfältig entfernt und zum städtischen Depot gebracht.

„De Wan“ vor und nach der Restaurierung 1997

Die Fliesen stammen aus dem 17. Jahrhundert und sind sehr wahrscheinlich (teilweise) B-Ware aus der Wijtmans-Fliesenfabrik am Appeldijk (heute Appeldijk 3). Die meisten zeigen Tierbilder. Dazu gehören Tiere aus der unmittelbaren Umgebung, wie Rinder, Hunde und Hirsche, aber auch exotische Tiere wie ein Elefant, ein Gürteltier und ein Affe. Tiere, die die Bewohner des Hauses nur aus Geschichten oder vielleicht von Bildern kannten.

Tiere auf Fliesen

Fliesen mit Tiermotiven erfreuten sich im 17. Jahrhundert in den Niederlanden besonderer Beliebtheit. Dafür gab es mehrere Gründe. Zunächst einmal war diese Zeit, das Goldene Zeitalter, eine Zeit großen Wohlstands und kultureller Blüte. Viele Menschen wollten ihre Häuser mit dekorativen Elementen verschönern, und bemalte Fliesen eigneten sich hierfür hervorragend. Tiermotive regten die Fantasie an, denn sie waren nicht nur schön anzusehen, sondern strahlten auch Status und Geschmack aus. Darüber hinaus war das 17. Jahrhundert eine Zeit der Entdeckungsreisen und der wissenschaftlichen Neugier. Neue Tierarten aus fernen Ländern wurden zunehmend bekannt und weckten großes Interesse. Durch die Tierdarstellungen auf Fliesen konnten die Menschen sowohl mit einheimischen als auch mit exotischen Tieren in Kontakt kommen, was ihren Blick auf die Welt erweiterte.

Animalische Bilder an einer Wand im Burgstraat

Giraffe, Gürteltier, Widder und ein Einhorn, von Marcus Gheeraerts (1583)

Für viele Menschen, die nicht lesen konnten oder sich keine teuren Bücher leisten konnten, boten diese Fliesen auch eine zugängliche Möglichkeit, die Natur kennenzulernen. Fliesenmaler ließen sich oft von beliebten Drucken und Stichen flämischer Künstler inspirieren, wie zum Beispiel Abraham de Bruyn, Adriaen Collaert en Marcus Gheeraerts, was dazu führte, dass sogar Fantasietiere oder unbekannte Arten ihren Weg in die Innenräume fanden. Schließlich hatten die Fliesen auch eine praktische Funktion: Sie waren leicht zu reinigen und schützten die Wände vor Schmutz und Feuchtigkeit, insbesondere in Küchen, Kellern und in der Nähe von Kaminen.

Tierfliesen von Burgstraat 7 (ca. 1625–1650). Öffnen Sie die Bilder für Details.

'The Wan' auf der Burgstraat 7

'The Wan' auf der Burgstraat 7 ist a Nationaldenkmal mit einem einfachen Treppengiebel. Das Haus ist nach einem 'wan', von 'worfeln': ein flacher Korb, mit dem nach der Ernte und dem Dreschen Spreu und Staub vom Korn getrennt wurden. Das genaue Alter des Gebäudes ist unbekannt, doch Archive belegen, dass das Haus bereits 1584 existierte. Im Laufe der Zeit hatte es verschiedene Besitzer und wurde 1656 an den Vorstand des Pesthuis, einer wohltätigen Einrichtung, übertragen. Dem Pesthuis brachte das Haus jedoch wenig finanziellen Nutzen ein, was 1736 zu seinem Verkauf führte. Danach wechselte das Gebäude regelmäßig den Besitzer, wodurch sein Wert immer weiter sank. Im 1964. und XNUMX. Jahrhundert wurde das Gebäude unter anderem als Lebensmittelladen genutzt. XNUMX kaufte die Gemeinde Gorinchem das Haus im Hinblick auf eine Stadterneuerung, entschied sich jedoch letztendlich, das Gebäude zu behalten. Gorinchem Urban Restoration Foundation erhielt 1997 die Möglichkeit, „De Wan“ zu restaurieren und so ein Stück Stadtgeschichte zu bewahren.1

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