Dalemwal | Bastion IX (2002)

Beobachtung

Bastion 9 Dalemwal Gorinchem archäologische Aufsicht 2002

Der Forschungsstandort mit den beiden Testgräben im Vordergrund

Am 28. Oktober 2002 hat der städtische Archäologe Pieter Floore, unterstützt von Jeroen Vaars, Hollandia Archäologen, eine archäologische Beobachtung, die am Standort der Bastion IX auf dem Dalemwal durchgeführt wurde. Dieser Wall ist zusammen mit dem Dalempoort Teil der in den 16er Jahren errichteten Befestigungsanlagen.e Jahrhundert wurde die Festung Gorinchem als Reaktion auf die spanische Bedrohung errichtet. 

Um 1600 war die Festung Gorinchem fertiggestellt. Es wurde an die Anforderungen der damaligen Kriegsführung angepasst und bildete zusammen mit Loevestein und Woudrichem ein wichtiges Festungsdreieck zur Verteidigung Hollands. Die Festung blieb bis ins frühe 20. Jahrhundert in Betrieb.e Jahrhundert, bis Änderungen in der Kriegsführung und Verteidigung der jahrhundertealten militärischen Bedeutung befestigter Städte wie Gorinchem ein Ende setzten.

Pulverhaus

Die zentrale Frage der archäologischen Forschungen auf dem Gelände der Bastion IX war, inwieweit die Reste des Pulverhauses, wie sie auf Blaeus Karte aus der Zeit um 1640 verzeichnet sind, erhalten geblieben sind und ob möglicherweise auch weitere (unbekannte) Gebäudereste aus dieser Zeit vorhanden sind. Insbesondere Reste von Gebäuden aus dem 19.e Jahrhundert war hier zu erwarten. So wurde beispielsweise im Jahr 1864 an der Südseite der Bastion ein Schießpulverlabor errichtet. Durch den geplanten Neubau würden die vorhandenen archäologischen Überreste zerstört, was eine archäologische Untersuchung notwendig machte.

Ausschnitt aus dem Stadtplan von Gorinchem von Joan Blaeu (1649), rechts Bastion IX

Ausschnitt aus dem Stadtplan von Gorinchem von Joan Blaeu (1649), rechts Bastion IX

Forschung

Im Mittelpunkt der Beobachtung standen zwei Gräben, die auf dem Gelände eines verschwundenen Vereinsgebäudes ausgehoben worden waren. Jeder Graben war etwa 40 Meter lang und 1.25 Meter breit. Direkt unter der 30 bis 40 Zentimeter dicken Deckschicht fand sich der hellbraune Lehm der Böschung.

Der Lehm war sauber und hier und da lagen Süßwassermuschelschalen. Ein ähnliches Tonpaket wurde bereits bei früheren Untersuchungen an Bastion V und Bastion VIII gefunden und untersucht und weist eine Dicke von mehreren Metern auf. Dieser Ton stammt vermutlich aus dem Gebiet mit sauberen Tonvorkommen direkt entlang der Merwede. Von der Oberfläche des Tons wurden eine Tonpfeife, drei Pfeifenstiele, vier Fragmente rotgebrannter Keramik und ein Stück Fayence geborgen. Die Pfeife datiert auf die Zeit zwischen 1660 und 1690, die übrigen Funde lassen sich in das letzte Viertel des 17. Jahrhunderts einordnen.de Jahrhundert. Dies deutet darauf hin, dass die Wälle in dieser Zeit errichtet wurden und die Wälle aus den 16er Jahrende Jahrhundert muss niedriger gewesen sein.

Der Forschungsstandort mit den beiden Arbeitsgruben. In Orange das verschwundene Vereinsgebäude

Der Forschungsstandort mit den beiden Arbeitsgruben. In Orange das verschwundene Vereinsgebäude

Die in der Tonschicht sichtbaren Spuren bestanden aus Löchern, Pfostenlöchern – oft mit noch darin steckenden Pfostenresten – und Grabungsrillen, die beim Abbruch von Mauerwerk entstanden waren. In Grube 2 wurde eine lange, von Nord nach Süd verlaufende Mauer gefunden, die vermutlich Teil des kürzlich abgerissenen Gebäudes des Musikvereins war. Auch die in Grube 1 gefundene Ost-West-orientierte Wand ist vermutlich hierauf zurückzuführen. Die restlichen gefundenen Spuren finden sich im 19.de und/oder 20. Jahrhundert, ein großer Teil wird mit dem Bau und Abriss des Vereinsgebäudes zusammenhängen. Beim Bau des Damms rutschte etwa eineinhalb Meter Lehm vom Damm ab, was noch heute an der entstandenen Steilwand des Damms zu erkennen ist. Mit dieser Ausgrabung und dem anschließenden Bau und Abriss des Vereinsgebäudes sind die Reste des Pulverhauses sowie weitere archäologische Spuren vollständig verschwunden.

Abschluss

Die Untersuchungen haben gezeigt, dass die Ausgrabung eines Teils des Damms und der anschließende Bau und Abriss des Vereinsgebäudes die möglichen Überreste der 17de Das Schießpulverhaus aus dem 19. Jahrhundert und alle anderen archäologischen Spuren sind verschwunden.

Veröffentlichungen

Oostveen, J. van (2010) Tabakpfeifen aus verschiedenen kleinen Projekten in Gorinchem, Tiel. Oostveen, J. van (2010)
Tabakpfeifen aus verschiedenen kleinen Projekten in Gorinchem, Tiel.
Flipbook | PDF (311,21 kB)
Vaars, JPL & PM Floore (2002) Archäologische Beobachtung auf Bastion IX, Dalemwal in Gorinchem, Hollandia Serie 2, Zaandijk. Vaars, JPL & PM Floore (2002)
Archäologische Beobachtung an der Bastion IX, Dalemwal in Gorinchem, Hollandia Serie 2, Zaandijk.
Flipbook | PDF (2 MB)

Metadaten

Archis-Nummer(n):Niet van Toepassing
Topografische Karte:38G
Koordinaten:127.140/426.880
Ortsname:Dalemwal (Bastion IX)
Ort:Gorinchem
Gemeinde:Gorinchem
Provinz:Süd-Holland
Art der Forschung:IVO-P
Testamentsvollstrecker:Hollandia Archäologen
Projektleiter:Drs. PM Floore
Kunde:Gemeente Gorinchem
Zuständige Behörde:Gemeente Gorinchem
Beginn der Forschung:28. Oktober 2002
Funde & Dokumentation:Städtisches Depot für Archäologie Gorinchem
IN:https://doi.org/10.17026/dans-ztk-bw7e

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