GORINCHEM – Ausgrabungen hinter dem Gorcum Museum zeigen, dass die alter Friedhof rund um die Grote Kerk war größer als erwartet. Beim Ausheben einer Grube zur Unterbringung von unterirdischen Abfallcontainern direkt hinter dem Gorcum-Museum wurden Skelette in Särgen gefunden.
Gorcumer Ton Wijkamp (58) schiebt seinen Metalldetektor über die Erdhaufen, die aus der Grube entfernt wurden. Spektakuläre Funde hat der Hobbyarchäologe dort bislang nicht gemacht. „Gelegentlich eine Münze oder ein Stück Keramik.“ Wijkamp ist seit etwa dreißig Jahren als Amateurarchäologe aktiv. „Damals habe ich mir meinen ersten Metalldetektor gekauft. Ich bin ins Gelände gegangen und habe nach Münzen und alten Pennys gesucht. Mit der Zeit wächst das Interesse. Irgendwann wird man auch gerufen, wenn irgendwo gegraben wird.“
Highlight
Wijkamp erreichte seinen Höhepunkt im Jahr 1996. „Damals war man gerade dabei, den Deich zu verstärken. Am Fuße des Dalemsedijk fand ich alte Klosterziegel. Es schien Reste des Schloss der Herren von Arkel vom Ende des dreizehnten Jahrhunderts. Das war eine wirklich wichtige Ausgrabung. Es wurden ein Kettenhemd sowie Kanonenkugeln und Pfeilspitzen gefunden. Wer uns hier arbeiten sieht, denkt, hier wird wichtige Arbeit geleistet. Doch nach der Materialsuche geschieht das Wichtigste im archäologischen Depot. Dort wird alles gereinigt, die Teile zusammengeklebt und Restaurationen durchgeführt.“
Friedhof
Die fachliche Betreuung der Ausgrabungsarbeiten auf dem Groenmarkt erfolgt durch die archäologische Agentur Hollandia. Vor zwei Jahren war die Agentur auch an der Ausgrabung von Skeletten beteiligt, die unter dem Steinboden des Großen Turms gefunden wurden. Später wurden auch Skelette aus dem Boden rund um den Turm geborgen. Archäologe Tim Hoogendijk von Hollandia: „Es war bekannt, dass das Gebiet um das Grote Tor als Friedhof genutzt wurde. Nach 1830 war das nicht mehr erlaubt. Es ist ziemlich überraschend, dass sich der Friedhof bis zu dieser Stelle beim Gorcums Museum erstreckte.“
In drei Grabgruben, die in drei bis vier Schichten vergraben waren, wurden die Skelette der vergangenen Tage gefunden. Hoogendijk: „Die Gräber befanden sich in einer ehemaligen Mist- und Abfallgrube. Dabei handelte es sich um metertiefe Gruben entlang der Ringmauer der Burg, die aus dem 15. Jahrhundert stammen.“de Jahrhundert. In dieser Grube fanden wir auch Keramikstücke aus dieser Zeit. Es handelt sich vermutlich um handgebrannte Trinkgefäße wie Krüge und Tassen, hergestellt in Siegburg. Wir finden auch Metallteile, beispielsweise einen Steigbügel von einem Pferdegeschirr.“ Hoogendijk: „Sie befanden sich unter einem Betonbehälter der Brückenwaage, die 1921 dort aufgestellt wurde. Im Mittelalter gab es dort auch ein Wiegehaus. Es wurde zum Wiegen von Handelswaren verwendet, um Streitigkeiten zu vermeiden. In der Grube fanden wir auch Entwässerungskanäle und Brunnen aus der Zeit des Baus der 14de Jahrhundert Rathaus. Das ist ein interessanter Fund.“
27 – 4‑2010
AD Rivierenland
von Kees Tanis
