Diebe archäologischer Funde sind keine Amateure

GORINCHEM — Die Diebe, die letzte Woche mit der Ausgrabung am 17.e-Jahrhundert Haus Paffenrode in Gorinchem handelt es sich vermutlich um Profis. Das schlussfolgert der Archäologe Martin Veen aus ihrer Vorgehensweise.

Bei dem Diebstahl, der sich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ereignete, wurde zunächst die schwere Grabschaufel aus dem Bagger entfernt, den die Mitglieder der archäologischen Arbeitsgruppe zur Sicherheit auf der Grabung abgestellt hatten. Anschließend wurden vorsichtig Glas und Keramik ausgegraben. „Professionelle Schatzsucher waren sehr wahrscheinlich am Werk“, sagt Veen. Was genau gestohlen wurde, ist unklar, aber Veen vermutet, dass es sich um besondere Glas- und Keramikgegenstände aus dem 17. Jahrhundert handelt.

"Wir hatten viele Scherben am Boden eines Bierfasses gefunden, eines vergrabenen Weinfasses, das früher als Abfallbehälter diente, aber wir hatten keine Zeit gehabt, sie auszugraben. Aus Angst, dass jemand das Fass plündern könnte, hatten wir es mit dem Bagger zugedeckt. Vergeblich.

Die zurückgelassenen Scherben – an denen die Plünderer nicht interessiert waren – zeigen, dass es sich um für die damalige Zeit teures Glas und Keramik handelte. „Ein makelloses Exemplar kann heute rund tausend Gulden einbringen.“ Laut Veen kommt es immer häufiger vor, dass Ausgrabungen geplündert werden. „Da geht es um ziemlich viel Geld.“ Auch bei den Ausgrabungen im vergangenen Jahr in der Glückliche Ecke und am Schloss der Herren von Arkel andere schlugen abends und nachts zu. „Ich fürchte, wir müssen das nächste Mal eine Sicherheitsfirma engagieren.“

Veen bedauert den Verlust für die Stadt. „Wir wissen nicht genau, was verloren gegangen ist, aber es könnte für Gorinchem wichtig gewesen sein. Uns fehlt nun ein Stück Paffenrodes Geschichte.“ Die restlichen Funde befinden sich noch immer im Besitz der Archäologen, die ihre „Beute“ täglich an einen sicheren Ort brachten.

Die Ausgrabungsarbeiten sind nun eingestellt. Nächsten Samstag (Tag des offenen Denkmals) werden Funde in der Mühle „De Hoop“ ausgestellt.

Der Dordrechter
9. September 1997

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