Floore hofft, den Hof van Arkel in der Krijtstraat zu treffen.

Gorinchem steht am Vorabend einer spannenden Ausgrabung im Stadtzentrum: die Gericht von Arkel, auf dem zukünftigen V&D-Gelände in der Krijtstraat. Die Erwartungen sind hoch, da zum ersten Mal ein professionelles Unternehmen für archäologische Forschungen beauftragt wurde. Zur Freude des Stadtarchäologen Pieter Floore, der seit Februar einen Tag pro Woche bei der Gemeinde Gorinchem angestellt ist. „Stadtarchäologie ist eine eigene Disziplin. Man kann problemlos fünf Wochen lang graben und trotzdem nichts finden.“ Obwohl auf dem derzeit sanierten V&D-Gelände an einigen Stellen bereits die archäologische „Pel“-Marke erreicht wurde, muss Floore noch bis Mitte August warten. Dann beginnen die sieben Wochen, in denen er gemeinsam mit der Firma Baac und der Arbeitsgruppe der Amateurarchäologen aus Gorcum hofft, bei Grabungen auf den Hof van Arkel zu stoßen.

Dieses Haus des prominenten Gorcumse Van Arkels wäre ein wichtiger archäologischer Fund für Gorinchem, glaubt Floore. „Tatsächlich ist über diese Adelsfamilie und die Gründung der Stadt wenig bekannt.“ In der Nähe des Dalempoort Schloss Van Arkel „aufgelöffelt“. Floore, der an der Universität von Amsterdam studierte, war zuvor auf Ad-hoc-Basis an Ausgrabungen in Gorinchem beteiligt.

Das erste Mal stand er der Arbeitsgruppe Archäologie vor sechs Jahren mit Rat und Tat zur Seite, als Glückliche Ecke, ein ebenso groß angelegtes Bauprojekt in der Innenstadt. Floore: „Archäologie war damals in Gorinchem eindeutig ein notwendiges Übel. Es gab kaum Budget, große Teile des Geländes waren unzugänglich, und wir hatten nur drei Wochen Zeit zum Graben. Das war schade, denn so konnten wir nur einen kleinen Teil des Geländes freilegen.“ Ein paar Jahre später, beim nächsten Großprojekt in der Innenstadt, lief es etwas besser. Den Archäologen wurden daraufhin fünf Wochen Zeit gegeben. Und jetzt, auf der Baustelle des neuen V&D in der Krijtstraat, sieht es tatsächlich so aus. Mit einem eigenen Stadtarchäologen, sieben Wochen Grabungszeit und einem Budget von 120.000 bis 140.000 Euro, aus dem ein professionelles Archäologenteam angeheuert werden kann, steht Gorinchem an der Spitze der regionalen Avantgarde der zeitgenössischen Archäologenmoral. Floore: „Archäologie wird in Gorinchem mittlerweile wirklich ernst genommen.“

Diese Änderung ist nicht überraschend. Die strengeren Vorschriften im Bereich der Archäologie (Malteser Konvention) zwingen die Kommunen zunehmend zu einem sorgfältigeren Umgang mit ihrem unterirdischen Kulturerbe. So ist es beispielsweise seit diesem Jahr Pflicht, für Ausgrabungen einen professionellen archäologischen Dienst zu engagieren und bei Bauvorhaben, die tiefer als ein Meter reichen, müssen archäologische Untersuchungen durchgeführt werden. Die Idee dahinter ist, dass das bloße Einrammen von Pfählen in den Boden und die Zerstörung von allem, was darunter liegt, nicht mehr an die Nachwelt verkauft werden kann, die ebenfalls Anspruch auf ein Stück Antike hat.

Obwohl es laut Floore für die Kommunen immer noch leicht ist, diese neuen Standards zu ignorieren (schließlich mangelt es vielen Kommunen an archäologischem Wissen und Aufsicht), erwartet er, dass das Bewusstsein für die unsichtbaren Schätze im Untergrund in einigen Jahren auch über der Erde deutlich sichtbar werden wird. „Kommunen und Projektentwickler werden sich häufiger dafür entscheiden, Projekte an einem Ort nicht zu realisieren, an dem sich etwas Wichtiges unter der Erde befindet.“ Schon allein, um die Kosten einer archäologischen Untersuchung zu sparen.“ So hat die Gemeinde Gorinchem beispielsweise bei ihren Erweiterungsplänen für das künftige Wachstumsgebiet Oost-Dalem geschickt und kreativ die dort zu erwartenden prähistorischen Überreste berücksichtigt, „die um ein Vielfaches größer sind als die, die vor einigen Jahren beim Bau der Betuwelijn in Hardinxveld-Giessendam gefunden wurden“.

Obwohl auf diesen Wiesen im Osten zunächst ein Villenpark mit schmuckvollen Häusergruppen geplant war, entschied man sich zur Schonung des Untergrundes für eine unregelmäßigere Gestaltung, so Floore. Dass die archäologische Schatzsuche auf diese Weise an Floore und den fanatischen Gorcum-Amateurarchäologen vorbeigeht, sieht der bodenständige Floore nicht als verpasste Chance.
Jede Ausgrabung dauert mindestens zwei Jahre. Wir graben Berge von Kisten voller Zeug aus. Da ich nur einen Tag pro Woche arbeiten muss, droht die Arbeit schnell außer Kontrolle zu geraten. Floore geht davon aus, dass die Gemeinde Gorinchem in Zukunft einen Vollzeitarchäologen benötigen wird, um ihre Professionalität weiter auszubauen. Floore, der neben seiner Tätigkeit für die Gemeinde auch Mitglied einer Archäologen-Partnerschaft ist, wird sich auf diese (Amts-)Stelle nicht mehr bewerben. „Am liebsten bin ich im Overall im Feld unterwegs. Das Puzzle zusammenzusetzen, wie das Leben früher war, ist meine Herzensangelegenheit.“

Kommentare sind geschlossen.