Gorcum auf der Suche nach Überresten einer alten Synagoge

GORINCHEM – Die Gemeinde Gorinchem wird nächsten Monat eine archäologische Untersuchung durchführen lassen in der Kindergartenstraße in der Hoffnung, etwas Greifbares aus der jüdischen Vergangenheit zu finden. Unter dem Parkplatz liegen die Fundamente der Synagoge, die 1843 erbaut und in den fünfziger Jahren auf Anordnung des Bürgermeisters geschlossen wurde. Von Rappard wurde abgerissen.

Gorcum auf der Suche nach alten Überresten der Synagoge, Rückseite der Synagoge Gorinchem 1957

Rückseite der Synagoge (1957)

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die jüdische Gemeinde auf wenige Mitglieder dezimiert. Dutzende Juden aus Gorcum waren in Hitlers Konzentrationslagern ermordet worden, und diejenigen, die zurückkehrten, konnten sich die Synagoge nicht mehr leisten.

"„Van Rappard hatte wenig Verständnis für die Rolle der Juden in der Gesellschaft“, sagt Stadtarchivar und Mitglied der archäologischen Arbeitsgruppe R. van Dijk. „Er wollte vieles abreißen. Ihm gefielen die vielen kleinen Häuser im Stadtzentrum nicht. Van Rappard wollte groß bauen und breite Alleen durch die Stadt führen. Glücklicherweise wurden viele seiner Pläne nicht umgesetzt, sonst gäbe es Gorcum in seiner heutigen Form nicht mehr.“

Mit dem Abriss der Synagoge wurde auch die Geschichte der Juden in Gorinchem zerstört. „Wir hoffen, mit der Ausgrabung etwas Greifbares zu finden. Denn im Museum und in den Archiven gibt es kaum etwas“, sagt Van Dijk. Selbst gute Fotos der Synagoge fehlen. „Wir haben ein Foto des Innenraums, das wahrscheinlich von NSB-Mitgliedern zerstört wurde.“ Eine Haltung wie die von Van Rappard in den fünfziger Jahren wäre heute undenkbar. „Sehen Sie sich die Versuche an, die Deichsynagoge in Sliedrecht zu restaurieren. Jetzt wird den dort herrschenden Gefühlen Rechnung getragen.“

Der Bürgermeister und die Stadträte von Gorinchem haben 20.000 Gulden für die Forschung bereitgestellt. Der Archäologe P. Floore, der fast alle Ausgrabungen in der Stadt leitet, wird auch die Ausgrabung im Kindergartenstraße .

Die zwanzig Riesen reichen für zwei Wochen Grabarbeiten. Der Parkplatz wird anschließend von der ING Bank gebaut.

Rivierenland Tageszeitung
26. Januar 2000

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